Die private Pflegeversicherung wird in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen. Das allein schon deswegen, weil die staatliche Vorsorge einen annehmbaren Lebensstandard im Alter nicht garantieren kann.

Die private Pflegeversicherung macht die Vorsorge erst komplett

Die Menschen machen sich Gedanken darüber, wie sie die Pflegekosten im Alter bestreiten sollen. Die private Pflegeversicherung bleibt hierbei ein wichtiger Bestandteil in der privaten Altersvorsorge – das umso mehr, als die staatliche und die betriebliche Altersvorsorge allein es nicht stemmen können, eine persönliche umfassende Pensionsvorsorge zu garantieren.

Das Thema Pflege ist in der öffentlichen Diskussion angekommen. So sorgten zuletzt die Abschaffung des Pflegeregresses und die Frage der öffentlichen Finanzierung der Pflegekosten für mediale Aufmerksamkeit und für Gesprächsstoff.

Auch Verbraucherorganisationen befassten sich mit dem Thema, qualifizierten die privaten Pflegeprodukte generell als teuer und rieten Kunden dazu, Vergleiche anzustellen und sich nach Alternativen umzusehen.

Steigende Anzahl der Pflegefälle

Ende Mai 2018 gab es hierzulande laut Statistik Austria rund 458.000 Pflegegeldbezieher – in den kommenden Jahren ist unter anderem durch die steigende Lebenserwartung mit einem Anstieg der Pflegebedürftigkeit zu rechnen.

Eine repräsentative Umfrage des Instituts für Grundlagenforschung IGF im Auftrag der Nürnberger Versicherung ergab, dass das Risiko, ein Pflegefall zu werden, zwei Drittel der Österreicher Sorgen bereitet.

77 % der Befragten gehen davon aus, dass die staatlichen Mittel für die Sicherung der Pflege im Alter in Zukunft nicht oder eher nicht ausreichen werden. Dazu Nürnberger-Vorstandsvorsitzender Kurt Molterer: „Die Einführung einer gesetzlichen Pflegeversicherung ist derzeit nicht in Sicht. Wenn eine solche jemals kommen sollte, würde sie, wie auch andere staatliche Versicherungen, eine Art Grundversorgung darstellen.“

Möchte man die finanzielle Pflegelücke weiter reduzieren oder gänzlich schließen, bleibe nur die private Pflegeversicherung bzw. die Kombination der privaten Vorsorge und einer eventuellen gesetzlichen Säule, so Molterer.

Trotz Abschaffung des Pflegeregresses

Mehr als 80 % der Pflegebedürftigen in Österreich werden zu Folge eines Forba-Forschungsberichts in den eigenen vier Wänden betreut.

Der Großteil davon (50 %) wird von der eigenen Familie gepflegt, der Rest erhält Pflegeleistungen durch mobile Dienste oder im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung.

In den eigenen vier Wänden gepflegt zu werden, stellt auch für rund 70 % der Österreicher die ideale Form der Pflegebetreuung dar, wie nämliche Umfrage des Instituts für Grundlagenforschung im Auftrag der Nürnberger Versicherung ergab.

Dazu Molterer: „Gerade in niedrigeren Pflegestufen (z.B. Pflegestufe 3) werden aber die Kosten für die Pflege und medizinische Maßnahmen die staatlichen Leistungen überschreiten. Hier bietet eine private Pflegeversicherung bzw. Pflegerente die Möglichkeit, die Pflegesituation so zu gestalten, wie man sie sich wünscht.“

Biometrische Lösungen zur privaten Pflegeversicherung

Auch wenn Konsumentenvertreter, so etwa von der Arbeiterkammer Wien, empfehlen, Sparprodukte oder Bauspardarlehen als mögliche Vorsorge für den Pflegebedarf in Betracht zu ziehen, ist es nicht sinnvoll, diese beiden Produkte in einen Topf zu werfen, wie auch Molterer unterstreicht.

Denn dabei werde das Wesen eines Versicherungsprodukts völlig außer Acht gelassen. Bei einer privaten Pflegeversicherung handelt es sich um eine biometrische Risikoversicherung, die nach versicherungsmathematischen Grundsätzen funktioniert – also Risiken innerhalb der Versichertengemeinschaft ausgleicht.

Molterer prägnant: „So wäre es auch nicht unbedingt zweckmäßig, mit einem Bausparvertrag für Freizeitunfälle oder den Fall einer Berufsunfähigkeit vorzusorgen.“

Dass private Pflegeversicherungen generell teuer sind, ist für den Vorstandsvorsitzenden nicht nachvollziehbar: „Denn wie bei jedem Risikoprodukt hängt die Prämienhöhe stark davon ab, wann man mit der Vorsorge beginnt und welche Leistungen eingeschlossen werden“, so Molterer abschließend.

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