Männer legen im Schnitt € 378 zur Seite, Frauen € 247. Die Differenz ist ein Ergebnis von Einkommensunterschieden, denn Frauen verdienen rund 40 Prozent weniger als Männer. Ein wesentlicher Faktor dafür ist die hohe Teilzeitquote. Eine Studie zeigt, wie viel weniger Geld Frauen monatlich auf die hohe Kante legen als Männer, aber auch welche Ursachen und Auswirkungen das hat.

 

Teilzeitfalle führt zu Vorsorgelücke bei Frauen
Laut einer Umfrage legen Männer im Schnitt € 378 zur Seite, Frauen € 247. Die Differenz sei ein Ergebnis von Einkommensunterschieden, denn Frauen verdienen rund 40 Prozent weniger als Männer. Ein wesentlicher Faktor dafür ist die hohe Teilzeitquote. Gerechnet auf 20 Jahre hätten Frauen € 30.000 weniger für Rücklagen, Anschaffungen oder Vorsorge zur Verfügung. Ihre Alterspensionen liegen laut Statistik Austria im Mittel um 52,5 % unter jenen der Männer.

Die Integral Markt- und Meinungsforschung ging in einer Studie für eine Bank unter anderem der Frage nach, ob beziehungsweise inwiefern sich das Geldanlage-Verhalten von Frauen und Männern unterscheidet. Eines der Ergebnisse betrifft die Höhe des durchschnittlich pro Monat angesparten Betrages: Männer legen im Schnitt € 378 zur Seite, bei Frauen sind es € 247.

Konkret spart ein Drittel der Frauen, aber nur jeder vierte Mann bis zu hundert Euro pro Monat. 19 % legen zwischen € 101 und 200 auf die hohe Kante, 26 % zwischen € 201 und 500, fünf Prozent der Frauen – und der Männer – zwischen € 501 und 1.000. Der Anteil der Männer, die zwischen € 101 und 200 beziehungsweise zwischen € 201 und 500 sparen, ist mit 22 % beziehungsweise 27 % höher als jener der Frauen. Vier Prozent der Männer legen laut Umfrage zwischen € 1.001 und 5.000 zur Seite, der Wert bei den befragten Frauen ist null.

Geringeres Einkommen – geringe Pension
Bezogen auf die mittleren Bruttojahreseinkommen aller unselbstständig Erwerbstätigen lagen die Einkommen der Frauen laut Statistik Austria 2011 um 39,6 % unter jenen der Männer. Ein wesentlicher Faktor dafür ist die hohe Teilzeitquote. Gemäß den Daten von Statistik Austria arbeiteten 2011 44 Prozent der Frauen in Teilzeit, bei den Männern liegt der Wert bei 8,9 Prozent. Insgesamt waren laut Statistik Austria 2011 rund 81 Prozent der Teilzeitbeschäftigten weiblich.

Betrachtet man die Alterspensionen aus der gesetzlichen Pensionsversicherung, betrug die mittlere monatliche Alterspension der Frauen 2011 € 793 und jene der Männer € 1.668, die Alterspensionen der Frauen waren 2011 im Schnitt um 52,5 %niedriger als jene der Männer, so die Statistik Austria.

Gerechnet auf 20 Jahre, hätten Frauen nach Angaben der Auftraggeber der Studie aufgrund ihres geringeren Einkommens und der damit begrenzten Sparmöglichkeiten auch noch € 30.000 weniger für Rücklagen, Anschaffungen oder Vorsorge zu Verfügung.

Frauen sparen prozentuell mehr für ihre Kinder als Männer
Erhoben wurde in der Studie auch, wie viel Prozent der Sparsumme die Befragten für sich selbst oder für ihre Familie zur Seite legen. Für sich selbst legen Frauen 72 % – also € 178 – zur Seite, Männer € 287 beziehungsweise 76 % der gesamten monatlichen Sparsumme. Für ihre Partner sparen Männer sieben Prozent beziehungsweise im Schnitt € 26 Euro, Frauen liegen mit vier Prozent und zehn Euro darunter.

Trotz ihrer geringeren finanziellen Möglichkeiten und der geringeren durchschnittlichen monatlichen Sparsumme wenden Frauen für die Kinder mit rund 42 Euro monatlich – 17 Prozent der gesamten Sparsumme – in etwa gleich viel auf wie Männer, die dafür elf Prozent reservieren.

3 % beziehungsweise € elf im Schnitt legen Männer für Enkel-, Paten- oder andere Kinder auf die hohe Kante, bei Frauen beträgt der Wert laut Studie fünf Prozent und daher € 12. Für die eigenen Eltern legen Männer ein Prozent beiseite, Frauen zwei Prozent.

Eigene Vorsorge – auch der Kinder zuliebe
Wer sich um die Zukunft seiner Kinder und Angehörigen kümmern möchte, sollte auch an seine eigene finanzielle Absicherung im Alter denken. So kann man sicherstellen, dass man später selbst nicht zur finanziellen Belastung der Angehörigen wird.

Bereits heute müssen nämlich Vollzeitbeschäftigte mit erheblichen Lücken zwischen ihrem letzten Einkommen und der voraussichtlichen staatlichen Pensionshöhe rechnen. Bei Teilzeitbeschäftigten ist die Differenz sogar noch höher. Es ist daher nicht nur für Vollzeitbeschäftigte, sondern insbesondere auch für jeden, der einer Teilzeitarbeit nachgeht, wichtig, frühzeitig für das Alter vorzusorgen.

Wer genau wissen möchte, wie hoch seine persönliche Pensionslücke voraussichtlich sein wird und wie er dennoch seinen gewohnten Lebensstandard auch im Alter halten kann, sollte sich an die Vorsorgeexperten wenden. Selbst wer denkt, keinen finanziellen Spielraum zu haben, um vorzusorgen, sollte sich beraten lassen, denn manche Möglichkeiten, beispielsweise mithilfe staatlicher Förderungen, erschließen sich erst nach einer gründlichen Analyse.