Die Inflation, also die Minderung der Kaufkraft des Geldes, schmälert den künftigen Wert eines angesparten Vermögens. Dies hat auch Auswirkungen auf die passende Altersvorsorge.

 

Einkommen und Vermögen verlieren durch den Kaufkraftverlust des Geldes automatisch an Wert. Daher ist es auch für eine ausreichende Altersvorsorge wichtig, die Inflation zu berücksichtigen. Je nach Lebensstandard unterscheidet sich aber die persönliche Inflationsrate von der offiziell angegebenen. Die Statistik Austria hat hierzu ein neues Werkzeug online bereitgestellt, mit dem die „persönliche Inflationsrate“ ermittelt werden kann.

1,6 Prozent betrug die durchschnittliche österreichische Inflation (VPI) im Oktober 2014 nach Angaben der Statistik Austria. Oft kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Preissteigerung höher ist. Kommt es einem nur so vor, oder ist es tatsächlich so?

Eine Antwort auf diese Frage versucht ein neues Werkzeug der Statistik Austria zu geben. Sie hat auf ihrer Website den „persönlichen Inflationsrechner“ freigeschaltet. Mit seiner Hilfe kann man die Teuerung für den eigenen persönlichen Haushalt mit der „offiziellen“ Inflationsrate vergleichen.

Gewichtung in bis zu 41 Ausgabengruppen
Der Rechner erlaubt die Zusammenstellung des höchstpersönlichen „Warenkorbs“. Dieser kann schließlich von Haushalt zu Haushalt variieren, woraus sich letzten Endes ein von der Durchschnittsinflation abweichender Wert ergeben kann.

In der Tabelle kann man folglich in bis zu 41 Ausgabengruppen angeben, wie hoch die eigenen Aufwendungen für Wohnen, Bekleidung, Nahrungsmittel, Freizeit, Kommunikation und einiges mehr sind. Die Teilindizes des Verbraucherpreisindex werden dadurch neu gewichtet. Der Rechner ermittelt so den individuellen Inflationswert und die individuelle Inflationskurve und gibt Auskunft darüber, ob und inwieweit der eigene Haushalt stärker oder schwächer von der Inflation betroffen ist als der österreichische Durchschnitt.

„Aktuelle preisstatistische Daten können mit dem persönlichen Inflationsrechner auf einfache Art und Weise für individuelle Analysen genutzt werden“, kommentiert Konrad Pesendorfer, fachstatistischer Generaldirektor von Statistik Austria.

Offizieller VPI „kann und soll“ nicht einzelne Haushalte abbilden
Der „offizielle“ Verbraucherpreisindex als Inflationsmaßstab könne und solle nicht das Gewichtungsschema einzelner Haushalte abbilden, hält die Statistik Austria fest. Die aus dem VPI ermittelte Inflationsrate gelte als Maßstab der allgemeinen Teuerung und gehe von einem einzigen allgemeinen Gewichtungsschema aus, das alle im Inland getätigten Konsumausgaben berücksichtigt. Wie die Statistik Austria betont, dient der Rechner rein informativen Zwecken.

Die persönliche Inflationsrate ist kein von der Statistik Austria verlautbarter Indikator für jegliche vertragliche Wertsicherung. Die persönliche Inflationsrate kann jedoch für die Berechnung einer ausreichenden Altersvorsorge ein wichtiger Faktor sein. Denn nicht nur ein vorhandenes Vermögen verliert durch die Inflation automatisch an Kaufwert. Auch die Wertminderung der voraussichtlich zur Verfügung stehenden Pension infolge der Inflation spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Daher ist für die Ermittlung einer ausreichende Altersvorsorge nicht nur die Lücke zwischen bisherigem Einkommen und künftiger Pension wichtig. Es sollte dabei auch die Inflation mitberücksichtigt werden. Hilfe bei der Berechnung der passenden Altersvorsorge und der individuell passenden, teils auch staatlich geförderten Vorsorgelösungen gibt es beim Versicherungsfachmann.

 

Quelle: Versicherungsjournal 07.01.2015