Ob der Blutdruck im „Normbereich“, zu hoch oder zu niedrig ist, hat viel mit Wohlgefühl zu tun. Davon abgesehen, können aber auch gesundheitliche Effekte Resultate vor allem eines zu hohen Blutdruckes sein. Bevor Medikamente zum Einsatz kommen, gilt es, den Lebensstil zu überdenken.

Das bei fast jeder Untersuchung der Blutdruck gemessen wird, kommt nicht von ungefähr. Der Wert, der einigen Raum für Interpretation zulässt, sagt viel über den allgemeinen Gesundheitszustand aus. Wer unter zu niedrigem oder zu hohem Blutdruck leidet, kann aber auch mit vielen kleinen Lebensstiländerungen dazu beitragen, langsam, aber sicher wieder „normale“ Werte zu erreichen. Immerhin jeder vierte Österreicher – 28 Prozent Männer und 26% Prozent Frauen – leidet unter Bluthochdruck von über 140/90 mm Hg. Zu niedriger Blutdruck besteht bei Werten von unter 110/60 mm Hg, hat aber selten gesundheitliche Auswirkungen.

Was ist normal?
Menschen, die unter niedrigem Blutdruck leiden, ermüden rascher, verzeichnen Konzentrationsmangel, Appetitlosigkeit und Reizbarkeit, Schwindelzustände, Kälteempfindlichkeit oder depressive Verstimmungen. Gefährlich ist diese sogenannte Hypotonie aber selten. Anders sieht es bei der Hypertonie (Bluthochdruck) aus: Sie führt zu Herz-Kreislauferkrankungen oder ist ein Resultat derselben. Die ersten Anzeichen sind selten besorgniserregend: Atemnot, Schlafstörungen, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen. Jeder Zweite erkrankt und stirbt jedoch daran. Bis zum Alter von etwa 60 Jahren sind Männer häufiger betroffen, doch durch die Menopause sind auch die Gefäße von Frauen schlechter geschützt – das Problem betrifft dann alle mehr oder weniger gleich. Dass der Bluthochdruck kurzzeitig „in den Keller“ fällt oder stark ansteigt, ist völlig normal. Dauerhafte „Ausreißer“ sind aber krankhaft und müssen therapiert werden.

Was tun gegen Hypertonie?
Viele kleine Schritte sind meist die Lösung: Dazu gehören etwa eine fettarme, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst und wenig Fleisch, Zucker und Fett, eine salzreduzierte Kost, gegebenenfalls eine Reduktion des Körpergewichtes auf ein Normalmaß, regelmäßige körperliche Aktivität, Nikotinabstinenz und eine Einschränkung des Alkoholkonsums. Dr. Berndt Rieger, Autor des Gesundheitsratgebers über Bluthochdruck, plädiert neben medikamentöser Therapie zunächst für eine Mischung aus komplementärmedizinischen, ganzheitlichen Methoden aus Schüssler-Salzen, Bachblüten, Ernährungsumstellung, regelmäßiger Bewegung, Homöopathie, Heilpflanzen und Aromatherapie.

Bei der Arbeit
Eine Prise Zimt im Kaffee oder noch besser – beruhigender – Kräutertee statt Kaffee, Fußwege statt Autofahrten, Stiegen steigen statt Lift fahren, leichte, salzreduzierte Kost – die Varianten der blutdruckschonenden Lebensweise sind einfach umzusetzen, auch im Arbeitsalltag. Schwieriger kann sich freilich die Stressreduktion gestalten, aber auch hier gilt: Kleine Schritte, die mit der Zeit ihre volle Wirkung entfalten, sind der Trick!