Vergangenes Jahr verletzten sich rund 8.400 Personen in Österreich beim Wandern und Bergsteigen so schwer, dass sie ärztlich behandelt werden mussten. Worauf Wanderer und Bergsteiger besonders achten sollten, um das Verletzungsrisiko zu mindern.

 

Herbstzeit ist Wanderzeit
Der Herbst lädt besonders zum Wandern und Bergsteigen ein. Zum einen bietet die Natur ein faszinierendes Farbenspiel der Blätter an den Bäumen, zum anderem belasten die gemäßigten Temperaturen dieser Jahreszeit den Kreislauf weit weniger als die Hitze im Sommer. Doch jedes Jahr verletzen sich zahlreiche Wanderer, weil sie zu sorglos waren. Manche bezahlen ihren Leichtsinn sogar mit dem Leben. Dabei kann jeder etwas tun, um sich selbst keiner Gesundheitsgefahr auszusetzen.

Prinzipiell stärkt Wandern das Herz-Kreislauf- sowie das Immunsystem und stabilisiert den Blutdruck. Zudem sorgt diese sportliche Aktivität für die innere Ruhe und hilft dennoch beim Muskelauf- und beim Fettabbau. Doch auch beim Wandern sollten einige Sicherheitsregeln beachtet werden, um sich nicht unnötigen Gefahren auszusetzen.

Alleine 2012 verletzten sich nach Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit 8.400 Menschen in Österreich beim Wandern und Bergsteigen so schwer, dass sie ärztlich behandelt werden mussten. Rund die Hälfte der Verletzungen werden jedes Jahr durch Stürze auf Wegen und Steigen, beispielsweise durch Ausrutschen oder Stolpern verursacht. Jeder zehnte Unfall ist die Folge einer Überstrapazierung. Rund sieben Prozent der Unfälle sind Abstürze.

Unverzichtbar: Die richtige Planung
Bereits vor der Wanderung ist es sinnvoll, sich über die Route Gedanken zu machen. Insbesondere der Zeitaufwand für die Wanderung, das Gelände und die dafür notwendige Kondition sollten den Bedürfnissen und gesundheitlichen Möglichkeiten der Wandernden entsprechen. Dies gilt besonders, für denjenigen, der nur zwei- oder dreimal im Jahr eine Wandertour unternimmt oder mit Kindern und/oder Senioren unterwegs ist.

Informationen zur Wegbeschaffenheit bieten oftmals ortsnahe Touristinformationen und teilweise auch die Bergwacht.

Bei der Zeitplanung sind ausreichende Ruhe- und Trinkpausen einzuplanen. Die geplante Tour sollte noch vor Einbruch der Dunkelheit bewältigt werden können. Wichtig ist zudem, sich über das zu erwartende Wetter zu informieren. Experten empfehlen zudem, niemals alleine auf Tour zu gehen.

Passendes Schuhwerk und Kleidung
Eine falsche Ausrüstung kann schnell zu Unfällen führen. Das Schuhwerk sollte so beschaffen sein, dass es auch bei den verschiedensten Untergründen wie Schotterwegen, nassen Wiesen oder morastigen Waldwegen Trittsicherheit bietet und bei Regen die Füße trocken hält. Normale Straßenschuhe, Turnschuhe oder gar Sandalen eignen sich hierfür nicht. Empfehlenswert sind spezielle Wanderschuhe mit griffigem Profil und einer wasserabweisenden Oberfläche.

Sinnvoll können auch Wanderstöcke sein, denn sie sorgen nicht nur für ein besseres Gleichgewicht, sondern entlasten auch die Gelenke. Damit die Stöcke auch bei längeren Strecken angenehm in der Hand liegen, empfehlen Experten, dass die Halteschlaufen mindestens 1,6 Zentimeter breit, gut abgerundet und gepolstert sind. Die Stöcke sollten auch bei Schnee oder Regen ihre Griffigkeit behalten.

Bei der Kleidungswahl empfiehlt sich ein sogenannter Zwiebellook. Hat der Wanderer über einem leichten, luftigen Outfit noch eine wärmende Kleidung an, kann er je nach Bedarf variieren.

Für Notfälle
Wer sich nur auf das Navigationsprogramm seines Smartphones oder auf ein spezielles GPS-Gerät für Wanderer verlässt, handelt leichtsinnig. Denn eine Gewissheit, dass die mobilen Begleiter richtig funktionieren, gibt es nicht. Experten raten, eine Wanderkarte mitzunehmen und sich auf ihr vorher das Gelände anzusehen. Die größte Sicherheit beim Wandern gibt es, wenn man nicht von markierten Wanderwegen abweicht.

Zur Wanderausrüstung gehören zudem Verbandszeug, Blasenpflaster sowie Sonnen- und Regenschutz. Für den Notfall sollte man unbedingt ein Handy mitführen und darin die wichtigsten Notrufnummern des Landes abspeichern, in dem die Wanderung geplant ist.

Für den nationalen (Berg-)Rettungsdienst ist das in Österreich die Nummer 140, in der Schweiz die 144 oder auch die 1414 und in Frankreich die 15. Für ganz Europa gilt zudem die Notrufnummer 112.

Gut abgesichert auf Tour
Da man trotz aller Vorsicht auch beim Wandern einen Unfall nie ganz ausschließen kann, sollten zumindest die finanziellen Folgen, die beispielsweise durch eine dauernde Gesundheitsschädigung nach einem Unfall eintreten können, abgesichert sein.

Die soziale Unfallversicherung gewährt nämlich für Freizeitunfälle keinen Schutz. Die private Versicherungswirtschaft bietet hier jedoch diverse Absicherungslösungen, wie eine private Unfallversicherung, eine Krankenzusatz-Versicherung und/oder eine Berufsunfähigkeits-Polizze.

Ihr Vorsorgeexperte hilft gerne dabei, den individuell sinnvollen Absicherungsschutz zu finden.

 

Quelle: Versicherungsjournal 14.10.2013