Wer sich als Ski- oder Snowboardfahrer an einige einfache Regeln hält, kann Unfälle auf der Piste leicht vermeiden.

 

Grundregeln auf der Skipiste
Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Ski- und Snowboardbegeisterte die Pisten stürmen. Obwohl schwere Pistenunfälle tendenziell rückläufig sind, passiert immer noch zu viel. Einfache Verhaltensregeln helfen, unfallfrei durch die Wintersportsaison zu kommen.

Immer wieder überschätzen Freizeitsportler ihr konditionelles und fahrerisches Können. Skifahrer sollten daher mit leichten Pistenstrecken anfangen. Blau beschilderte Abfahrten sind leicht, rote etwas schwieriger und schwarze nur für sehr geübte Sportler geeignet. Wintersportler sollten nie Abfahrten abseits der markierten Strecken nehmen. Hinweise auf eine mögliche Lawinengefahr dürfen ebenfalls nicht ignoriert werden.

Nicht das Alter, sondern ein schlechter Trainings- und Gesundheitszustand sollten ein Grund sein, auf das Skivergnügen besser zu verzichten. Selbst erfahrene Skifahrer sollten sich konditionell gut auf die Abfahrt vorbereiten – am besten das ganze Jahr über und nicht erst wenige Tage bevor es auf die Piste geht. Nach längeren Abfahrten sind Erholungspausen unbedingt notwendig. Denn Unfälle ereignen sich überwiegend bei Ermüdung beispielsweise am späten Vormittag und am späten Nachmittag.

Auf die richtige Ausrüstung kommt es an
Übermäßiges Essen unmittelbar vor dem Skifahren ist ebenfalls nicht ratsam, besser sind mehrere kleine, kohlenhydratreiche Zwischenmahlzeiten. Auf Alkohol sollte ganz verzichtet werden.

Prinzipiell sollte zudem die Kleidung den Wetterverhältnissen angepasst sein, um Unterkühlungen auszuschließen. Die Wintersportausrüstung, vor allem die Schuhe und die Ski- oder Snowboardbindung, sollte den neuesten Sicherheitsvorschriften entsprechen. Zudem ist es wichtig, dass die Bindung individuell für den jeweiligen Ski- oder Snowboardfahrer passt. Sie sollte am besten jährlich von einem Fachmann kontrolliert und eingestellt werden.

Experten gehen davon aus, dass 20 Prozent der Skiunfälle auf eine unzureichende Ausrüstung zurückzuführen ist. Ein Großteil davon, ereignet sich aufgrund einer falsch eingestellten Bindung. Nach Angaben des Kuratoriums für Verkehrssicherheit tragen vor allem Kinder „aufgrund der kindlichen Proportionen und der schwächeren Muskulatur“ häufiger Kopfverletzungen davon als Erwachsene. Daher ist ein Helm für kleine Skifahrer eigentlich dringend notwendig.

Jeder Skifahrer muss die Regeln beherzigen
In den letzten Jahren ist die Zahl der Unfälle nicht zuletzt wegen einer verstärkten Sicherheitsaufklärung zurückgegangen. Einen entscheidenden Anteil daran haben die Regeln, die der internationale Skiverband FIS zum Verhalten auf der Piste aufgestellt hat. Ihr Ziel ist es, Unfälle bei Ski- und Snowboardabfahrten zu vermeiden.

Jeder Skifahrer und Snowboarder ist verpflichtet, die FIS-Regeln zu kennen und einzuhalten. Anderenfalls wird er, wenn er deswegen einen Unfall verursacht hat, unter Umständen für die Folgen zivil- und strafrechtlich zur Verantwortung gezogen.

Insgesamt gibt es zehn FIS-Regeln:

  • Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.
  • Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
  • Wahl der Fahrspur: Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.
  • Überholen: Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.
  • Einfahren, Anfahren und hangaufwärts fahren: Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.
  • Anhalten: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.
  • Aufstieg und Abstieg: Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.
  • Beachten der Zeichen: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.
  • Hilfeleistung: Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.
  • Ausweispflicht: Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben.
  • Wenn trotz aller Vorsicht doch etwas passiert

Trotz aller Vorsicht kann ein Unfall auch im Wintersport nicht ausgeschlossen werden. Im Ernstfall sollten zumindest die finanziellen Folgen abgesichert sein. Zum einen haftet man für Schäden, die man auch beim Wintersport einem anderen zufügt.

Zum anderen kommt die soziale Unfallversicherung für Freizeitunfälle nicht auf, auch wenn der Unfall eine dauernde Gesundheitsschädigung nach sich zieht, die sich nicht zuletzt auf die berufliche Tätigkeit und damit auf das Einkommen nachteilig auswirkt.

Auch die Kosten für einen notwendigen Einsatz eines Flugrettungsdienstes werden, wenn überhaupt, nur zu einem geringen Teil von der sozialen Krankenversicherung ersetzt. Derartige finanzielle Risiken lassen sich jedoch mit privaten Versicherungs-Polizzen absichern. Ihr Vorsorgeexperte berät, welche Absicherungslösungen individuell sinnvoll sind.

 

Quelle: Versicherungsjournal 09.12.2013