Der Versicherungsverband Österreich und der Verein für Konsumenteninformation haben im Sommer 2013 eine neue Informationsinitiative vorgestellt, die sich an Jugendliche richtet. Damit soll es der Zielgruppe möglich werden, fundierte Entscheidung über Absicherung und Vorsorge treffen zu können.

 

Für mündige Bürger und gegen Versicherungslatein
Eine neue Broschüre mit dem Titel „Sicher in die Zukunft“ richtet sich an junge Heranwachsende und erklärt in einfacher Sprache, was gesetzliche und private Versicherungen leisten. Sie wurde gemeinsam vom Versicherungsverband Österreich (VVO) und dem Verein für Konsumenteninformation (VKI) herausgebracht.

24 Seiten Information für junge Menschen umfasst das jüngste Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Versicherungsverband Österreich (VVO) und dem Verein für Konsumenteninformation (VKI). Sie haben gemeinsam das Informationsheft Konsument Spezial mit dem Titel „Sicher in die Zukunft – Staatliche und private Absicherung in jungen Lebensjahren“ erstellt, das sich gezielt an Jugendliche richtet.

VVO-Vizepräsident Wolfram Littich zitierte bei der Präsentation des Ergebnisse eine Studie der GfK Austria GmbH . Demnach fühlen sich 62 Prozent der Jugendlichen zu wenig über Finanzthemen informiert. Nur vier Prozent gaben an, sich in Versicherungsfragen gut auszukennen. Jeder fünfte Jugendliche hat der Umfrage zufolge Probleme beim Zinsrechnen.

Viele kennen gekaufte Produkte nicht richtig
VKI-Geschäftsführer Josef Kubitschek berichtete, dass beim VKI jedes Jahr mehrere 100.000 Gespräche mit Konsumenten geführt werden. Dabei zeige sich immer wieder, „dass viele nicht wissen, was sie abgeschlossen haben“.

Selbst wenn Beratungsgespräche geführt würden, so Kubitschek, sei die Sprache oft so komplex, dass die Kunden sie nicht verstehen. Und: Während Kunden bei einfachen Konsumgeschäften in ihrer Kaufentscheidung „eher kritisch“ seien, sei man bei komplexen Geschäften eher geneigt zu unterschreiben, ohne allzu tief nachzufragen.

Was Versicherungsprodukte können – in einfacher Sprache erklärt
Soweit es um das Thema Versicherungen geht, wollen VVO und VKI mit der neuen Broschüre Abhilfe schaffen. Das Heft geht zunächst auf die Frage nach Sinn und Zweck einer Versicherung ein und erklärt im Abschnitt „Versicherungslatein“ einige Fachbegriffe. Nach einer Erläuterung, was die gesetzliche Sozialversicherung im Fall des Falles leistet, führen die Autoren aus, wie man eine private Versicherung „findet“ und worauf bei der Schadensmeldung oder bei einer Kündigung im Wesentlichen zu achten ist.

Mit leicht verständlichen Ausführungen und Praxis-Beispielen werden die einzelnen Versicherungsarten, angefangen von der Haushalts- bis hin zur Berufsunfähigkeits-Versicherung, erklärt. Themen, die für Jugendliche von besonderer Relevanz sind, werden gesondert angesprochen. Darunter fallen etwa die Mitversicherung bei den Eltern, Auslandsstudium oder Wohnen in der Wohngemeinschaft.

Eine Basis für fundierte Entscheidungen
„Wir wollen mündige Bürger, die über Versicherungen so gut informiert sind, dass sie eine Basis für eine Vorsorge-Entscheidung haben. Es geht uns vor allem darum, dass Menschen Risiko richtig einschätzen lernen. Sowohl hinsichtlich eines bestehenden als auch hinsichtlich eines künftigen Bedarfs“, betonte Littich.

Das Heft wird der Juli-Ausgabe des Testmagazins „Konsument“ beigelegt und ist zudem als Download verfügbar. Die Broschüre ersetze jedoch nicht die Information durch den Berater, unterstrich Kubitschek.

Nicht die erste gemeinsame Broschüre
Das neue Spezial-Heft bildet die Fortsetzung einer im April 2012 gestarteten gemeinsamen Finanzbildungs-Initiative. Damals hatten VVO und VKI die 16-seitige Broschüre „Rundum versichert – Fachbegriffe einfach erklärt“ herausgebracht, die grundlegendes Wissen und wichtige Begriffe rund um das Versichern behandelt.

Darin wird in Kürze das Wichtigste bezüglich Kfz-Versicherung, Unfallversicherung, Privathaftpflicht, Zusatz-Krankenversicherung, Haushalt und Eigenheim, Lebensversicherung und Reiseversicherung erklärt. Das Heft war als Beilage zur Mai-Ausgabe des Magazins „Konsument“ erschienen und steht nach wie vor ebenfalls auf den Websites des VKI und des VVO als PDF zum Herunterladen bereit.

 

Quelle: Versicherungsjournal 01.07.2013