Grundsätzlich gibt es in Österreich drei Säulen der Vorsorge:

  • staatlich
  • betrieblich
  • privat

Die staatliche Vorsorge basiert im Wesentlichen auf Leistungen der Sozialversicherung und sonstigen Versorgungsleistungen, welche aus dem Steuertopf bedient werden. Beim staatlichen Versorgungssystem spricht man von einem sogenannten Umlageverfahren, bei dem die Einzahlungen der Bürger sofort in Leistungen der Anspruchsberechtigten umgelegt werden. Dies bedeutet, es werden keine Rücklagen für die Versicherten aufgebaut, sondern jeder einzelne Euro wird sofort ausbezahlt.

Somit stellt sich für meine Leistungsansprüche nicht die Frage, wie viel ich heute selbst in das System einzahle, sonder wie hoch die Zahl der Beitragszahler zu jenem Zeitpunkt ist, an dem ich einmal selbst in den Genuss einer Sozialversicherungsleistung komme.

Obwohl Politiker immer wieder verkünden, dass auch in Zukunft die Versorgung gesichert ist, sprechen so manche Reform und so manches Faktum eine ganz andere Sprache. Grundsätzlich sei zu erwähnen, dass hinter dem Begriff „Reform“ meistens Leistungskürzungen oder Beitragserhöhungen stehen. Dies wird dann sehr kryptisch und hochkompliziert ausgestaltet, damit der einfache Bürger die Tragweite dieser sogenannten Reform nicht durchschauen kann.

Da werden Begriffe wie Durchrechnungszeiträume, implizierte Beitragssätze, Parallelrechnungen, Deckelungen, Pflegestufen, Hacklerregelung (für Beamte) usw. in den Diskussionen durcheinander geworfen. Die Frage der konkreten Auswirkung auf die persönliche Situation des Einzelnen bleibt im Regelfall offen. Trotzdem ist unser Sozialversicherungssystem grundsätzlich gut, es werden nur die Leistungen und Zugangsvoraussetzungen auf die geänderten Rahmenbedingungen angepasst werden müssen. Auf jeden Fall wird es auch in Zukunft eine staatliche Grundversorgung geben.

Tatsache ist, dass sich in den letzten vierzig Jahren die Erwerbsdauer (= aktive Beschäftigung) verkürzt und die Ruhestandsdauer dank Frühpension und höherer Lebenserwartung verlängert haben. Das bedeutet: Die Einnahmen aus der gesetzlichen Sozialversicherung sinken, die Ausgaben steigen! Als zusätzliche Belastung für das System kommen noch die Geburtenrückgänge und die ausufernde Staatsverschuldung hinzu.

 

Fazit: Eine staatliche Vorsorge wird es auch in Zukunft geben, die Rahmenbedingungen werden sich jedoch ändern.

 

Bei der betrieblichen und privaten Vorsorge sprechen wir von einer kapitalgedeckten Leistungsfinanzierung. Hier werden Ansprüche über einen Kapitalstock abgesichert. Als Ausnahme kann bei der betrieblichen Vorsorge die direkte Leistungszusage gesehen werden, welche zum Teil rückgedeckt werden muss.
Das Credo der betrieblichen und privaten Vorsorge sind der Kapitalaufbau und der Kapitalerhalt! Die Vorsorge ist eine Vermögensfrage, deren größte Gegenspieler die Inflation und die Steuern auf Kapitalvermögen sind. Hier muss es gelingen nach Abzug der Steuern die Inflationsrate zu übertreffen, denn ansonsten spart man sich im wahrsten Sinne des Wortes „arm“. Insbesondere sollte aber auch beim Vermögensaufbau ein Augenmerk auf die Sicherheit der Kapitalanlagen gelegt werden, damit am Ende des Tages keine bösen Überraschungen auf Sie warten.

 

Eine einzige Methode zur optimalen Vorsorge wird es meiner Meinung nach nicht geben. Sinnvoll ist hingegen ein Mix aus verschiedenen Möglichkeiten, welcher jeweils mit einem Experten auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abzustimmen sind.